Wenn Bands die eigene Musik beschreiben, klingt das oft nach Zuckerwatte: ein bisschen drüber. Nicht so beim Electronic-Duo Real Lies aus Nordlondon. Frei ins Deutsche übersetzt: «Ihre Welt ist geprägt von nächtlichen Busfahrten, der Ultrakultur des Fussballs, Telefonaten voller Geheimnisse, dem sanften Nieselregen in den Einkaufsstrassen, Piratensendungen und Refrains, die die Sterne küssen.» Uff. Die Musik von Real Lies besteht aus Synthesizer-Beats und Spoken-Word-Texte. Auf dem neuen Album schiesst Sänger Kevin Lee Kharas, Selbstzitat, gegen chronisch online-affine, misanthropische Alphamännchen und Golf-Hyperkapitalisten. Das Beste daran: Die Musik klingt nicht nach Hass. Sie klingt nach einem grossen Fest, bei dem man sich danach ausgetanzt nur noch in den Armen liegen will.
Real Lies
Freitag, 07 August
Hauptbühne
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